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Auf diesen Seiten berichten wir von spannenden Begegnungen, interessanten Interviews und unterhaltsamen Themen rund um unseren Produktionsalltag.

Keiner schiebt uns weg


Sie heißen Lilli, Gerda und Rosi - und sie kämpfen um Gerechtigkeit. 1981.

Der Spielfilm „Keiner schiebt uns weg“ bietet eine filmische Zeitreise in die Zeit der Auseinandersetzungen um gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Als reale Vorlage dient dem Film die Auseinandersetzung vor 37 Jahren, als 29 Frauen des Gelsenkirchener Foto-Unternehmens Heinze vor dem Bundesarbeitsgericht das Recht auf gleiche Bezahlung erstritten.

Die sog. „Heinze-Frauen“ erlebten damals eine große Welle der Solidarität; ihr Arbeitskampf gilt bis heute als wegweisend für die gleichberechtigte Entlohnung von Mann und Frau im Arbeitsleben.
Doch keineswegs ist dieser Film lediglich ein nostalgischer Rückblick auf als längst überwunden geglaubte Zeiten. Vielmehr hält uns der Film einen Spiegel vor und hinterfragt somit die aktuelle Praxis.

Audio TV-Tipp Keiner schiebt uns weg
14. November 2018 im Ersten

Gerechtigkeit

Gerechtigkeit – gibt es sie überhaupt? Lässt sie sich herstellen? Geht sie auf Kosten anderer? Und wie verhalte ich mich bei Ungerechtigkeiten?

Zum insgesamt 13. Mal widmet sich die ARD über den Zeitraum einer ganzen Woche einem einzigen Thema. Vom 11. Bis 17. November dreht sich alles um Gerechtigkeit.

Die Vielfalt des Themas ist nahezu ungeheuerlich. Soziale Gerechtigkeit, Gerechtigkeit am Arbeitsplatz, in der Schule und der Familie. Kinder empfinden sie anders als Erwachsene, ebenso wie Frauen als Männer. Die Gleichberechtigung ist in der Praxis nach wie vor nicht überall garantiert und in der Justiz klafft zwischen Recht und Gerechtigkeit oftmals eine große Lücke.

Die Vielzahl der unterschiedlichen Produktionen im Hörfunk, Fernsehen und auch Online kann hier nicht wiedergegeben werden. Ein Blick lohnt sich allemal hier.


Audio TV-Tipp Themenwoche Gerechtigkeit
11. - 17. November 2018 im Ersten

Götterdämmerung


Hiddensee - Perle der Ostsee. Bei gutem Wetter ist der unverstellte Blick über das Wasser ein Quell der Sehnsucht. Nur 50 km entfernt ist die dänische Insel Mön zu erkennen. Für die frühere DDR-Regierung Anlass zu schlimmsten Befürchtungen.Denn Hiddensee galt in den Zeiten der DDR als Enklave der Aussteiger und möglicher Ausgangspunkt für Republikflüchtige.

In dieser Stimmung spielt „Kruso“. Götterdämmerung des realen Sozialismus. Lutz Seilers Roman führt den Leser in eine Welt der Intellektuellen, Systemüberdrüssigen, Schauspieler und Künstler.
Mittelpunkt der Geschichte sind Alexey Krusowitsch, genannt Kruso und Edgar Bendler.

Seilers Roman hat nun den Weg ins Fernsehen gefunden. Mit Albrecht Schuch und Jonathan Berlin in den Hauptrollen.


Audio TV-Tipp Kruso
26. September 2018 im Ersten



Das Jahr Babylon


Eines der aufwendigsten Projekte in der Geschichte des deutschen Fernsehens – „Babylon Berlin“ startet Ende September im Ersten, der ARD. Die Kooperation des Pay-TV-Senders SKY mit der ARD ist für sich betrachtet schon ein Hinweis auf die Besonderheit der 16teiligen Serie nach dem Roman "Der nasse Fisch" von Volker Kutscher. Premiere, Serienfans werden es wissen, hatte "Babylon Berlin" bereits im vergangenen Jahr auf SKY - doch wird die Ausstrahlung im Ersten weitaus mehr Zuschauer ziehen. 
Was sich auch lohnt. Die Produktions- und Drehzeit von vier Jahren, der Einsatz unzähliger Mitarbeiter, Statisten und Schauspieler, die gigantischen Bauten, die Kostüme, die Musik, der gewaltige Bilderrausch, der dramaturgische Erzählbogen, die drei Regisseure. All das macht „Babylon Berlin“ einzigartig.

Begleitet wird der Erstausstrahlungstag von der Dokumentation "1929 - Das Jahr Babylon", die die gesellschaftlichen und politischen Zustände der überhitzten späten 20er Jahre, der Götterdämmerung der Weimarer Republik, und eine Zeit der Unsicherheit, der zunehmenden Gewalt rechter Gruppen und der Zerstrittenheit des bürgerlichen Lagers zeigt. Die Parallelen zur Gegenwart -gewollt oder ungewollt- verleihen dem Stoff dadurch aktuelle Relevanz.


Audio TV-Tipp Babylon Berlin
ab 30. September 2018 im Ersten

the cleaners


Erst im Juli diesen Jahres startete facebook eine groß angelegte Imagekampagne für "ein besseres facebook“ mit dem Slogan: Wir hören zu. Wir lernen. Wir handeln.
Handeln sollen vor allem die ungezählten Content-Moderatoren, die in spärlich beleuchteten Büroräumen der philippinischen Hauptstadt Manila sitzen und dort tagtäglich, Stunde um Stunde Tausende Bilder sichten.
Der Dokumentarfilm „Im Schatten der Netzwelt – the cleaners“ beleuchtet die Arbeit dieser Content-Moderatoren und er zeigt die Konsequenzen auf, die sich aus deren delete-ignore-Anweisungen ergeben. Ein spannender Einblick in eine Welt, die uns normalen Verbrauchern zwar unbekannt sein mag – die unser tägliches Handeln im Internet jedoch mehr beeinflusst als wie glauben.


Audio TV-Tipp the cleaners
11. September 2018 im Ersten

Der Absturz


Studienfreunde aus Leipzig gründen 2002 ein Start Up-Unternehmen namens Unister und verwirklichen ihren Traum.
Der Erfolg stellt sich schnell ein. Zu schnell. Unister wächst, wird Markt beherrschend und gerät in das Visier der Steuerfahnder und Staatsanwälte. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Gründer Thomas Wagner. 
2012 bricht das Gebilde aus Steuertricks, Preisoptimierungen und sog. Runterbuchungen zusammen.
Wagner versucht verzweifelt zu retten und lässt sich mit Kriminellen ein. Ein tödlicher Fehler.

Nach Wagners Tod geht Unister in die Insolvenz und wird als Unternehmen zerlegt. Ein beispielloser Absturz, der in der Story im Ersten spannend wie ein Wirtschaftskrimi aufgearbeitet wird.



Audio TV-Tipp Der Absturz
3. September 2018 - 22.45 Uhr im Ersten

Modern ist wer gewinnt



Die Originalausgabe des Buches „Rehhagel – Biografie eines Meistertrainers“ erschien 1999 im Verlag Die Werkstatt, Göttingen. Otto Rehhagel war damals 61 Jahre und als Vereinstrainer beim 1. FC Kaiserslautern. Dass er sich in seinem Engagement dort bereits auf der Zielgeraden befand, konnte man ahnen, aber nicht wissen.

Überraschender war jedoch sein dann folgendes Engagement beim griechischen Fußballverband als Trainer der Nationalmannschaft. Seine Maßnahmen führten schließlich zum (selbst nach vielen Jahren Abstand immer noch unfassbaren) überraschenden Triumph bei der Fußball-EM 2004 in Portugal.
Kurz nach dem Titelgewinn fragte der damals in Athen ansässige (nicht mehr existente) Verlag Empiria, ob die Biografie einerseits in die griechische Sprache übersetzt werden dürfte und ob es eine Fortsetzung geben könnte; ergänzt durch den Weg des Trainers und der Mannschaft bis zum Titelgewinn von Lissabon und den Feierlichkeiten in der griechischen Heimat. 
Die Übersetzung übernahm der in Athen lebende Deutsch-Grieche Stefan Mittmann.

Hier ist nun erstmals die deutsche Originalversion der 2004 entstandenen Ergänzung zugänglich. Den Anlass, diesen Text wieder hervorzuholen, lieferten Anrufe und Interviewwünsche aus Athen zu Otto Rehhagels 80. Geburtstag im August 2018.




Kontakt: info@mediamixbremen.de
Keine Veröffentlichungen ohne Anfrage.
©Norbert Kuntze, 2004

Mekka 1979



20. November 1979 – 5.18 Uhr am frühen Morgen.
In der Großen Moschee von Mekka haben sich Tausende Pilger zum Morgengebet eingefunden. 
Dann fallen plötzlich Schüsse, als rund 500 militante funfamentalistische Islamisten und ihr Anführer Dschuhaiman Al Uteibi schwerbewaffnet in das islamische Heiligtum stürmen und die versammelten Gläubigen in Geiselhaft nehmen.

Der Dokumentarfilm „Mekka 1979“ von Dirk van den Berg begibt sich auf Spurensuche in Saudi-Arabien. Zeitzeugen wie Geheimdienstler kommen ebenso zu Wort wie damalige Mitglieder der Terrorgruppe um Dschuhaiman. Und der Film stellt die Frage:
War der Angriff auf die Große Moschee der Urknall des Terrors, so wie wir ihn heute erleben?


Audio TV-Tipp Mekka 1979 - Urknall des Terrors? von Dirk van den Berg
EA 27.8.2018 im Ersten

Betrug


Wer kennt sie nicht, diese Situationen in Vereinen, KiTas oder Elterninitiativen, wenn keiner in den Vorstand will und alle froh sind, wenn es dann irgendeiner macht. Hauptsache der Laden läuft und die Kinder werden betreut.

Ein Münchener Kindergarten im Stadtteil Schwabing hat Bastian vertraut. Er wurde Kassenwart und alles lief prima. Vor allem für Bastian. Mit dem Geld des Elternvereins baute er sich eine Parallelwelt aus schnellen Autos, dicken Uhren, schicken Möbeln, Drogen und Escort-Mädchen auf.

Bis die Blase platzte.

Regisseur David Spaeth lässt die Opfer und den Täter zu Wort kommen. Ihre Statements korrespondieren auf spannende Weise und eröffnen einen erstaunlichen Einblick in eine Welt zwischen krimineller Energie und Upper Middle Class-Naivität.
Nach diesem Film werden kein Elternabend und keine Vorstandssitzung in einer KiTa mehr so sein wie zuvor.

Der Fall hat sich real ereignet, die Protagnisten im Film sind die real betroffenen Personen.



Audio: "Betrug" von David Spaeth
EA - 22. August 2018 im Ersten.

Demokratie beginnt mit uns


“Man kann es kaum glauben, dass solche Sachen einmal als Gedanken in menschlichen Gehirnen entstanden und dann sogar in die Tat umgesetzt wurden. Und trotzdem soll man den Glauben – auch an die Menschen – nicht verlieren. Es gibt Gott sei Dank noch viele, viele Menschen, die gut sind und das Gleichgewicht hundertfach halten.”
Diese Worte stammen aus dem Jahr 1941.
Das faschistisch beherrschte Deutschland befand sich im Krieg mit äußeren und inneren Gegnern. Der Widerstand gegen das mörderische Hitler-Regime regte sich vielfach – und obwohl es brandgefährlich war, entschloss sich die damals 21jährige gebürtige Bremerin Cato Bontjes van Beek, zum Widerstand gegen die Nazis aufzurufen. Gemeinsam mit Bekannten und Freunden druckte und verteilte sie Flugblätter. Im September 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrem Vater von der Gestapo verhaftet, zum Tode verurteilt und am 5. August 1943 im Berliner Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet. Sie wurde 22 Jahre alt.
Ihre mahnenden, zugleich hoffnungsfrohen Worte schrieb sie in einem Brief an ihre Mutter. Den Glauben an das Gute im Menschen wollte sie nicht aufgeben, weil er zugleich Triebfeder ihrer eigenen Handlungen war. Der Glaube daran, dass es Gerechtigkeit gibt.
Cato Bontjes van Beek war eine junge Frau, die Zivilcourage gezeigt hat. Sie war klug, mutig, kämpferisch, vorausschauend, voller Empathie, unerschütterlich in ihrer Haltung.
Sie zeigte ein zivilcouragiertes Verhalten, das auch heute unabdingbar ist. Sich wehren gegen Ausgrenzung, Rassismus und die Unterdrückung einer Minderheit, gegen Mobbing und demokratiefeindliches Handeln ist im Jahr 2018 eine ebenso relevante Haltung wie vor 75 Jahren – vor allem, um auf die Gefahren hinzuweisen, die der Demokratie drohen.
Im Geiste der Cato Bontjes van Beek verliefen viele Diskussionen an dem Tag, der ihr 75 Jahre zuvor den Tod brachte und auf dem Platz, der seit achtzehn Jahren ihren Namen trägt, mit den Menschen, die zum Stadtteilfest im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gartenkultur Musikfestival“ nach Obervieland in den Bremer Süden kamen.
Grundlage der vielen Gespräche war die Fragestellung „Welche fünf Grundrechte liegen euch besonders am Herzen?“. Das Bündnis „Demokratie beginnt mit uns“ verteilte Herzchen-Aufkleber, die Menschen klebten fleißig. Allerdings nicht, ohne abzuwägen, Bezüge zu setzen, Fragen zu stellen. Ein munteres Miteinander!
Das Grundgesetz und der in den Artikeln 1-19 formulierte Rahmen für unser Zusammenleben bildet die Grundlage für ein Leben in einer freiheitlichen Gesellschaft ohne Angst vor Gewalt. Es geht um körperliche Unversehrtheit, um Würde, Gleichberechtigung, Freiheit, Freizügigkeit, Ehre, Schutz, Fürsorge, Asylrecht.
In den aktuellen politischen Debatten der Gesellschaft spiegeln sich diese Themen tagtäglich, was wiederrum zeigt, wie aktuell unsere Verfassung ist, fast 70 Jahre nach Inkrafttreten und 75 Jahre nach dem Tod Cato Bontjes van Beeks in einem zutiefst undemokratischen System.
Die Aktion“ Welche fünf Grundrechte liegen euch besonders am Herzen?“ wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Bremen entworfen.





Loustau

"N´Abend allerseits!"
Die internationale Karriere des argentinischen Schiedsrichters Juan Carlos Loustau endete abrupt, nachdem Heribert Faßbender ihn anno 1990 unbarmherzig zurück in die Pampas schickte. Von dort erreichten uns leider niemals seine anmutigen Schilderungen der unendlichen Landschaft und der gigantischen Rinderherden, die saftiges Fleisch für den noch nicht veganen Teil der Weltbevölkerung liefern. Die Qualität von Nuss, Schaufel, Flanke, Hüfte oder Filet ist ebenso legendär wie die von Higuain, Agüero, di Maria und Messi. Nicht zu vergessen, wenn auch schon ein bisschen zu sehr abgehangen, Maradona - die Mutter aller T-Bone Steaks.
Doch wie sagte wohl schon Otto Rehhagel: "Du kannst am Tag nur ein Steak essen."



Vegemite

Schon mal Vegemite probiert? Hochkonzentrierter Hefeextrakt. Eine dunkelbraune klebrige Pampe, entsetzlich salzig, einfach widerlich.
Die Engländer essen so etwas ja auch ganz gern, nennen es hingegen Marmite. Doch was soll man kulinarisch anderes von den Knastinselbewohnern erwarten, wenn auch die Kolonialherren Anstaltsessen bevorzugen ?
Nun wird zwar kein Mensch behaupten, die Australier würden genauso kicken wie die Engländer. Dennoch folgen sie treu ergeben dem Mutterland des Fußballs und fliegen nach der Vorrunde wieder nach Hause. Da können sie sich ihre Pampe gegenseitig aufs Toastbrot schmieren.



AustralienKochtipp: asiatische Wok-Pfanne

Saudade

Wer den portugiesischen Fußball verstehen will, sollte sich mal eine Halbzeit lang mit Fado beschäftigen. Dieser melancholische und von Sehnsucht getränkte Musikstil spiegelt sich regelmäßig im Gesicht von Cristiano Ronaldo; wenn es mal wieder nicht geklappt hat.
Die Portugiesen nennen dieses Gefühl "Saudade", was man angeblich nicht übersetzen kann, weil es eben so tief in der portugiesischen Seele (und nur dort wahrhaftig) verwurzelt ist.
Seit 2004 nutzt die internationale Fußballgemeinde allerdings den Namen Charisteas als Synonym - und schon weiß jeder ganz genau, was das ist: "Saudade".



PortugalKochtipp: gegrillte Dorade

comme si comme sa

Gelegentlich bekommt man ja den Eindruck, dass den Franzosen dieses ganze Turniergehabe ein bisschen lästig ist. Vorrunde, Achtel, Viertel, Halb, Finale. Quelle plaie! Das klingt zwar wie eine mehrgängige opulente Menuefolge, dummerweise haben die anderen Gäste allesamt keinen Stil, können aus ihrer Sicht nicht kochen und sprechen nicht die einzig wahre Weltsprache. Ihre.
Deshalb weiß man nie so genau, wie sie spielen - grandios oder grandios dilettantisch. Lustvoll oder lustlos. Mal so, mal so. Wie das eben geschehen kann in der Küche: vor lauter Selbstverliebtheit verliert man leicht das Ziel aus den Augen.
Diese Barbaren!


FrankreichKochtipp: Salade Nicoise

Pickles

"Three lions on a shirt - Jules Rimet still gleaming"
In welchem Land ist die Sehnsucht nach einem Titel eigentlich am größten?
Nachdem die Engländer 1966 zum Weltmeister gedienstet wurden blieben sämtliche Hoffnungen unerfüllt. Und hätte Hund Pickles nicht zufällig mal eben ins Gebüsch gemusst, wäre selbst dieser Cup nach kürzester Zeit futsch gewesen.
Der unerschütterliche Glaube an die Stärke des britischen Fußballs wird möglicherweise nur vom anrührend niedlichen Wunsch übertroffen, auch in der Küche mal was Anständiges zu präsentieren. 
Tja, was soll man da sagen?
"Football is going home."




Zackzackcici

Rein in die Küche, schnell gehackt, geschnitten, gebraten, gewürzt! 
Oder um es in der gepflegten Sprache des Fußballers zu sagen: flach spielen, hoch gewinnen. 
So offensiv der Fußball, so verschärft die Kochkunst.
Kroatiens Küche bietet einiges, ob Rasnjici oder Grah, doch das Synonym für den Balkanfußball schlechthin bleibt Cevapcici.

Offensiv und scharf auf der Zunge, außen kross, innen saftig, vollmundig im Gaumen, sättigend im Magen. Wenn die Kroaten um Trainer Robert Kovac den Gegner gut durchbraten, dann kommen die garantiert eine Runde weiter; trotz Auftaktniederlage gegen den Gastgeber!

Guten Appetit und viel Spaß beim Spiel mit Kroatien!






högschte Konzentration

Hausmannskost, Einheitsbrei, Fallobst?
Nein, nein - wenn der Bundestrainer mit högschter Konzentration zu Werke geht, dann wird er aus den vorhandenen Zutaten etwas zaubern, was den deutschen Fußball so erfolgreich gemacht hat. Hauptsache es schmeckt und macht alle satt!
Dass sich nur keiner an der falschen Neun verschluckt!



DeutschlandKochtipp: Kartoffelsalat mit Würstchen

tschuute und schmöcke

Sie kennen das? Da liegt das kleine Raclette-Pfännchen vor einem und man kann sich nicht entscheiden. "Was nehme ich denn diesmal...? Blerim? Valon? Oder gleich Haris? Gewürzt mit Admir, abgerundet mit einer Portion Xherdan, noch eine Prise Reto und zum Schluss gaaanz viel Granit.
Äxgüsi, liebe Schweizer. Habt ihr eigentlich keine vernünftigen Vornamen?
So was wie Sbrinz, Vacherin, Gruyere, Tomme oder Raclette?


SchweizKochtipp: Raclette

Gunkanmaki

Zugegeben: den japanischen Fußball mit einer "Schlachtschiff-Rolle" zu vergleichen klingt verwegen. Aber reizvoll. Es gibt zum Glück leichtere Sushi-Kost, ob herkömmliche Maki oder simple Temaki.
Noch leichter als deren Herstellung ist die lässige Bestellung beim Sushi-Laden am Eck.
Hauptsache die japanische Mannschaft macht es sich beim Turnier nicht so einfach. Sonst kommen am Ende noch die Griechen eine Runde weiter - und wie das enden kann wissen wir seit 2004.



JapanKochtipp: Sushi

11 Tapas sollt ihr sein!

Tiki Taka Tapas.
Gradlinige scharfe Pässe von einer Köstlichkeit zur anderen. Kurze Berührung, direkte Weiterleitung bis zum finalen tödlichen Pass.
Möglicherweise wird beim Titelverteidiger Spanien das Gleichnis von Küche und Fußball am treffsichersten beschrieben. Wie der Fußball - so das Essen.
11 Tapas sollt ihr sein wusste schon der olle Sepp Herberger!



SpanienKochtipp: Tapas

Amuse-Bouche

Der kleine Gruß aus der Küche vor dem üppigen Mahl.
Wenn vom 12. Juni bis 13. Juli die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien nahezu sämtliche Haushalte hüben wie drüben durcheinanderbringt, können Kochrezepte hilfreich sein, um leckere Fußballabende zu planen.
Gemeinsam mit Tim Mälzer haben wir einige Vorschläge erarbeitet, die unkompliziert und für den Spieltag geeignet sind.
Wir wünschen "Guten Appetit" und freuen uns über eine Rückmeldung, wenn es geschmeckt hat!




Von Kehllappen, Unisextoiletten und Fishismen


Die US-Serie "Ally McBeal" hat einige Spuren hinterlassen und viele Nachfolger gefunden. Sie als "Mutter aller Anwaltsserien" zu bezeichnen führt zwar zu weit; dennoch fußen etliche Drehbuchkonzepte, Figurenzeichnungen und Dialoge auf dem Konzept, dass ab 1997 den 5 Staffeln aus der Anwaltskanzlei "Fish & Cage" zu Grunde lag.
"Ally McBeal" war schnell, wendig, humorvoll, skurril. Irrwitzige Einfälle wechselten sich mit sentimentalen Momenten ab. Harte Gerichtsverhandlungen wurden durch Tagträume unterbrochen, Mobbing in der Kanzlei mit Musik akzentuiert. Es gab unzählige böse Charaktere und ebenso viele zweifelhafte. Kurzum - die Serie war eine Wucht.
Bis zum Ende der vierten Staffel. Dann begannen die Wiederholungen, es wurde seichter und am Ende tauchte auch noch Jon Bon Jovi auf. Gute Nacht!
Die Erinnerung sollte jedoch positiv bleiben.

Ally McBeal - Serienstart 1997

Indy 500

Wer das legendäre Autorennnen auf dem Indianapolis Motor Speedway fahren will, braucht vor allem eines: Ausdauer. 200 Runden insgesamt - das sind 500 Meilen oder 805 km. Während die ersten Fahrer im Gründungsjahr 1911 noch über 6 1/2 Stunden unterwegs waren, benötigen die Rennpiloten heutzutage mitunter gerade 3 Stunden. Bis in die 80er Jahre blieben die "Indy 500" übrigens nahezu eine rein US-amerikanische Angelegenheit, wenn es um die vorderen Plätze ging; auch in den Jahren, als der blutjunge David Letterman zu den Boxenreportern gehörte, um vom großen Rennen seiner Heimatstadt für das Network ABC zu berichten.

Vergleicht man die "Indy 500" mit der Karriere Lettermans, so fallen durchaus Gleichnisse in Bezug auf Ausdauer und Tradition auf. Der Marathon für die Fahrer, die hohe Konzentration, Wachheit und Bereitschaft, über die Grenzen zu gehen - alles Eigenschaften, die man Letterman zuschreiben kann. Immerhin hat der Mann über 4000 Sendungen in 33 Jahren gewuppt.
Ohne Zweifel - der Mann hatte Grip.


David Letterman wird 70

Quarterlife crisis

Psychologen können vieles. Vor allem Dingen einen Namen geben.
Da scheinbar immer mehr Endzwanziger in eine Sinnkrise schlittern und auf der Suche nach der Zukunft, nach Beruf, Familie, Kindern, Absicherung, Hobby und Freunden sich in einer Sackgasse wähnen, bekam das Kind einen Namen.
Man(n) hadert, man überlegt, man hat das Gefühl, Gelegenheiten zu verpassen, sich nicht entscheiden zu können. Am Ende verpasst man die Gelegenheit, weil man sich nicht entscheidet.
Es ist wahrscheinlich nicht sehr schwierig, zu erraten, dass ein solcher Begriff aus den USA kommt. Die Szene der Psychologen ist dort besonders aktiv und mit Freude dabei, solchen Phänomenen einen Namen zu geben.

Diese "Quarterlife crisis" hat den Helden des Film "Verliebt in Amsterdam" voll erwischt. Hauptdarsteller Vladimir Burlakov kann dies nachvollziehen, ist er doch mit gerade 30 Jahren Teil dieser Generation. Er wusste also, was er dort spielen sollte. Er weiß aber auch, dass er selber keineswegs in einer solchen Krise steckt. Zum Glück.


"Verliebt in Amsterdam", 28. April 2017, 20.15 Uhr im Ersten

the Tinky Winky-Controversy

Reverend Jerry Falwell, ein religiöser Fundamentalist aus den USA, bekam Schnappatmung, als er Ende der Neunzigerjahre die Kinderfigur Tinky Winky entdeckte. Lila, mit roter Damenhandtasche und einem Dreieck auf dem Kopf, welches der Baptistenprediger umgehend als "gay pride"-Symbol erkannte. Na, der Mann kannte sich offenbar aus.

Doch nicht nur der Reverend prophezeite das Ende der Welt. Die frühere polnische Erziehungsministerin Ewa Sowinska wollte eine Expertise einholen, ob sich dieser schrökliche Verdacht gegen Tinky Winky erhärten ließe. Das Ergebnis war ernüchternd. Es gab lediglich Hohn und Spott für Frau Ewa.

"Hinter den Bergen und keinem bekannt" lag das Teletubbie-Land. Dort konnten die vier Helden Tinky Winky, Dipsy, Laa Laa und Po weiter ungetrübt und quietschvergnügt über die grünen Hügel hüpfen und tanzen.

Teletubbies ab März 1997 im BBC, ab März 1999 im KiKa

Norddeutsche Deerns

"Nord bei Nordwest" hat sich als Filmreihe im Ersten etabliert.
Könnte man meinen - wenn nicht erst zwei Folgen ausgestrahlt worden wären. Da kann man eigentlich noch nicht von einer Reihe sprechen. Doch in Kürze wird es zwei weitere Filme geben, der fünfte ist bereits abgedreht, der sechste in Vorbereitung.
Warum diese Details? Weil es für Schauspieler auch mal schön ist, wenn sie das Gefühl haben, dass sich etwas solides entwickelt. Üblicherweise wird bei den Verantwortlichen der Sender zunächst geschaut, ob ein Pilotfilm ausreichend Zuschauerinteresse weckt. Erst danach wird entschieden: Daumen rauf oder Daumen runter.
Für Hinnerk Schönemann, Marleen Lohse und Henny Reents ging der Daumen eindeutig nach oben. Die drei waschechten Norddeutschen spielen waschechte Norddeutsche im fiktiven Ostsee-Ort Schwanitz. Schönemann stammt aus Rostock, Henny Reents aus Wittmund, Marleen Lohse aus Soltau und der Reporter aus Bremen. Wie gut, dass wir nicht platt gesprochen haben.

Marleen Lohse im Interview

Blau ist das neue Rot

Schauen Sie sich doch mal die Tourismusseite von Lüneburg an.
Man könnte meinen, dass die ersten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit im Umfeld der späteren Hansestadt nicht etwa aus der Zeit der Neandertaler stammen, wie die zufällig beim Autobahnausbau ausgebuddelten sagenumwobenen 58 Faustkeile. Es müssen Rosen sein, die das Fundament für den Ruhm der Stadt seit jeher bilden. Immerhin führen, wenn auch recht fragile und Lüneburg ferne, Spuren erster Rosen in die Zeit vor knapp 60 Millionen Jahren. Da die ARD-Soap "Rote Rosen" mittlerweile auch schon mehr als 10 Jahre im Ersten läuft kann man also im Gesamtzusammenhang von großer Verlässlichkeit sprechen.
Bewährt hat sich auch der regelmäßige Wechsel der Hauptdarstellerin - im Seriensprech "Hauptrose" genannt. Beim Pressegespräch schimmert Patricia Schäfer, die ab April übernimmt, noch in blau; in den 200 Folgen wird sie wieder rot tragen. Mit Sicherheit! Das passt dann auch zur Tourismusseite.


Patricia Schäfer spielt Helen Fries in "Rote Rosen"

Reine Vernunft

Der Beruf Schauspieler ist mit Sicherheit für viele Menschen ein Traumberuf. Enorme Popularität, viel Geld, schöne Drehorte, Kleidung und Kostüme, interessante Kollegen, berühmte Regisseure - es ist kaum zu fassen. Wäre es denn immer so.
Ist es aber nicht. Das hat sich mittlerweile auch herumgesprochen. Rollen werden knapp, Drehtage noch knapper, Castings werden schwieriger, die Perspektiven schmaler.
Dennoch spuckt das deutsche Fernsehen Jahr um Jahr verlässlich ehemalige daily-, soap- und reality-Darsteller auf den Markt, die nicht mehr gebraucht werden. Wo sind sie hin, diese ganzen ix und ypsilons, diese no und names? Kellner, Taxifahrer oder Immobilienmakler?
Die Branche scheint also ein bisschen näher dran an der nicht immer angenehmen Realität der bundesdeutschen Arbeitswelt. So ist es nur umso klüger, sich darauf frühzeitig einzustellen.
Wie diese junge Frau aus München. In diesem Moment 24 Jahre alt und auf einem ziemlich steilen Weg nach Oben im deutschen Schauspiel-Kosmos, ist Alicia von Rittberg  fest entschlossen, ihr Studium zum Bachelor-Abschluss zu bringen. Es fehlt die Zeit, die Drehbücher und Angebote locken, die Abschlussarbeit will geschrieben werden. Sie will standhaft bleiben.
Wünschen wir ihr, dass es klappt. Wäre vernünftig!


Interview mit Alicia von Rittberg



Wunderwuzzi

"Satire ist nicht der Feind der heilen Welt - sondern die Forderung danach."

Ein schöner Satz von Werner Schneyder, dem 1,96 Meter Hünen aus Graz. Seine Statur hätte allemal ausgereicht, um Gegner im Boxring das Fürchten zu lehren. Stattdessen saß der Mann jedoch viele Jahre außerhalb des Rings, um für Millionen Zuschauer die Kämpfe zu kommentieren. Zum Glück - so kamen alle in den Genuss der klugen Beobachtung und der feinen Ironie, welches Sportreportern sonst so entsetzlich fremd ist. Boxkommentator war allerdings nur eine Facette Schneyders. Der anderen Hälfte der Menschheit ist er als Kabarettist bekannt, lange Jahre treu an der Seite Dieter Hildebrandts. Alle weiteren Tätigkeiten Schneyders aufzuzählen würde hier jedoch ein bisschen weit führen. Schließlich ist der Mann ein "Wunderwuzzi", wie die Österreicher es sagen.
Ein schönes Wort!

Werner Schneyder wird 80 Jahre alt; Januar 2017

Die Methode Reinecker

Man nannte ihn den "Meister des verbalen Echos".
Beispiel? Bitte:

Sie: "Nachts wach geworden...ganz gegen seine Gewohnheit."
Er: "Ganz gegen seine Gewohnheit?"
Sie: "Ja. Wir haben kaum geschlafen."
Er: "Sie haben kaum geschlafen?"
Sie: "Ja. Wir wurden gestört."
Er: "Sie wurden gestört?"

Ein solcher Nonsens-Dialog findet sich tatsächlich in einer der 281 Folgen von "Derrick" - Reineckers erfolgreichster Fernseharbeit, die mit dem Satz" Herr Derrick, kann ich einen Moment den Wagen?" ohnehin in die Fernsehgeschichte einging.
So ließ sich im ZDF Sendezeit füllen. Diese ganz eigene Form der Drehbuch-Kunst fand bereits zuvor in der zweiten Erfolgs-Serie Reineckers statt: "Der Kommissar". Ebenfalls ZDF.
Und Spuren dieser Echos finden sich auch in "Sisko". Ebenfalls Zzz...  Sie ahnen es.

Weitaus spannender ist die Lebensgeschichte Herbert Reineckers, die kräftige Brauntöne aufweist.
Erste Erfolge feierte er in der Nazizeit mit abenteuerlichen Propaganda-Filmen. Eine Karriere unter dem Hakenkreuz, die Reinecker nie geleugnet und die ihm nie geschadet hat.


Portrait Herbert Reinecker

Die Peitsch aus Zeitz

Zeitz in Sachsen-Anhalt - eine Kleinstadt irgendwo im Dreieck zwischen Leipzig, Chemnitz und Erfurt. Kein klassischer Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Fernseh- und Bühnenkarriere - auch nicht für Monika Peitsch.
Dem frühen Umzug nach Berlin folgten die ersten Statistenrollen am Hebbel-Theater - neben der Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Auch mal was solides! Schließlich kam ihr "Entdecker", wie die 1936 geborene den Regisseur und Schauspieler Erik Ode bezeichnet. Der kleine Mann mit der großen Ruhe förderte die junge Frau und brachte sie auf den Weg zu einer der beliebtesten und bekanntesten Fernseh- und Boulevardtheatergesichter Deutschlands. Glückwunsch zum 80ten.


Monika Peitsch in "Der Kommissar" (neben Günther Schramm)

Die märchenhafte Kraft der zwei Herzen

Als im Jahre 1772 Anna Amalia von Sachsen-Anhalt zur Erziehung ihrer beiden Söhne Unterstützung benötigte, berief die verwitwete Herzogin den Dichter, Lehrer und Schriftsteller Christoph Martin Wieland nach Weimar.
Wieland, eher ein Freund der Aufklärung weniger des Absolutismus, erhörte den Ruf der Adelsdame. Nicht zuletzt, weil ihn die Aufgabe reizte, durch seine Erziehung den zukünftigen Adel beeinflussen zu können. Zudem bekam er Zutritt zum Weimarer Kreis, einem HotSpot der damaligen Dichter- und Denker-Szene. Goethe und so – Sie wissen schon…
Diese neue kommode Lebenssituation inspirierte Wieland zu allerlei poetischen Geschichten. Märchenhafte Wesen tummeln sich darin, vereint mit der Natur, tugendhaft, genügsam und liebevoll. Eine Idylle, die sich immer wieder durch Hexen, Magier, Zauberer oder böse Königinnen bedroht sieht, doch mit der Kraft der reinen Herzen und dem Glauben an die Liebe bewahrt werden kann.


Gespickt mit all diesen klassischen Komponenten ist denn auch die hochromantische Geschichte von „Prinz Himmelblau und Fee Lupine“ aus Wielands Sammlung der „auserlesenen Feen- und Geistermärchen“.  Eine lupenreine „boy meets girl“-Story, die vor über 200 Jahren genauso funktionierte wie heute.

Ruby O. Fee zu Weihnachten 2016 im Ersten - "Prinz Himmelblau und Fee Lupine"

Erinnerungen ans Kreiswehrersatzamt

Juristisch bestehen keine Zweifel, dass für den Angeklagten Lars Koch das Urteil "schuldig" lauten muss. In der Ferdinand von Schirach-Verfilmung "Terror - Ihr Urteil" spielt Florian David Fitz den Bundeswehr-Piloten, der sich verantworten muss, ein Flugzeug abgeschossen und so den Tod von 164 Menschen verursacht zu haben.
Die Entscheidung, die er allein treffen musste, lautete: entweder der Abschuss des Flugzeugs und der Tod der Passagiere - oder die von Terroristen entführte Maschine in ein vollbesetztes Fußballstadion abstürzen zu lassen.
Etwas ältere männliche Fernsehzuschauer werden sich mit Grauen an ihre Verhandlungen in den Kreiswehrersatzämtern der Republik erinnern, als ihnen von dreiköpfigen Ausschüssen schneidende Fragen ähnlichen zweifelhaften Charakters gestellt wurden. Beispiel: Zwei vollbesetzte Züge rollen aufeinander zu, nur Sie an der Weiche können den Aufprall und den Tod aller vermeiden, nehmen aber in Kauf, dass einer dieser Züge in einen Abgrund stürzt. Was tun Sie?
Diesen Unsinn konnte niemand beantworten. Diesen Unsinn sollte auch niemand beantworten. Damals ging es schlicht um die Quote an Wehrdienst- oder Zivildienstleistenden.

In der mit Burghard Klaußner, Martina Gedeck, Jördis Triebel, Ulrich Bock, Lars Eidinger und eben Fitz hervorragend besetzten TV-Produktion geht es darüberhinaus um die Fragen von Recht und Moral - und so ganz nebenbei auch um ein Fernsehspektakel mit anschließender Möglichkeit des Online-Votings und der Auflösung in "hart aber fair".
Einen solchen Entscheidungsprozess hätten sich die Kriegsdienstverweigerer jener Tage auch gewünscht, als es "hart und nicht fair" zuging.


Florian David Fitz über "Terror - Ihr Urteil" - Montag 17. Oktober 2016

Die Zukunft der Arbeit

Die Zukunft unserer Arbeit ist zweifelsohne mit Schlagworten wie Digitalisierung und Globalisierung verbunden. Kein Wunder, dass sich die Themenwoche der ARD im Fernsehen, Hörfunk und Online im Wesentlichen mit diesen Aspekten beschäftigt, so gleich zu Beginn mit dem Radio Bremen-Tatort "Echolot".

Wesentlich für die meisten Menschen ist in Zukunft jedoch, überhaupt eine Arbeit zu haben. Durch die Umwälzungen in der Gesellschaft, befeuert durch allerlei digitalisierte Unterstützung, hat sich die Arbeitswelt elementar verändert. Dass sich diese Veränderungen negativ auf die Beschäftigten landauf landab auswirken, dass Arbeitsplätze abgebaut werden, Regionen ausbluten und ganze Industrie- und Handelszweige aussterben liegt ja nicht im Wesenskern einer Digitalisierung.
Die negativen Auswirkungen  sind wohl eher im Wesenskern derjenigen zu finden, die den Profit orientierten Nutzen der zunehmenden Digitalisierung erkannt haben. Da hilft auch keine Digitalisierung der Beratung bei der Agentur für Arbeit.

Die Fragen, die mit der "Zukunft der Arbeit" verbunden sind, werden innerhalb der ARD-Themenwoche 2016 vielfältig angeschnitten. Endgültig beantworten lassen sich die meisten Fragen mit Sicherheit erst in der Zukunft. Doch wie heißt es so schön: "Die Zukunft hat schon längst begonnen".

Sabine Postel, Oliver Mommsen - Tatort "Echolot", Sonntag 30. Okt. 2016

Sonne über Rio

Dass an einem Tag wie heute, wenn in Rio de Janeiro die 31. Olympischen Spiele der Neuzeit eröffnet werden, in erster Linie der Sport im Vordergrund steht, ist zwangsläufig. Zeitungen, Radio- und Fernsehprogramme ebenso wie Internet-Portale sind angefüllt mit Nachrichten und Informationen über die Aussichten der Athleten in ihren jeweiligen Sportarten auf der Jagd nach Gold, Silber und Bronze.
Gelegentlich mischen sich darunter aber auch kritische Berichte über russisches Doping, brasilianische Wirtschaftskrisen oder deutsches Sportfunktionärsgebahren.
All diese Informationen benötigen Platz in der Berichterstattung, Platz der für andere Themen fehlt und diese in den Hintergrund rücken lässt. Darunter Ereignisse, die knapp 16 Flugstunden von Rio entfernt stattfinden. Denn genau so weit wie auch Hamburg oder Bremen von Rio entfernt sind, ist auch Aleppo entfernt. Die syrische Stadt, in der der Krieg auf entsetzlichste Weise tobt. Aleppo, der Ort, an dem im selben Moment, wo in Rio Medaillen für einen 100 Meter Sprint gefeiert werden, Kinder keine Chance haben, vor Bomben und Granaten davon zu laufen.
Wenn in Rio die Schwimmer im Eiltempo durch das Wasser pflügen, durchpflügen die Menschen in Aleppo in Todesangst die Trümmer der Stadt nach trinkbarem Wasser. Wenn die Sportschützen nach fairen Regeln um die Medaillen kämpfen, werden in Aleppo Heckenschützen wehrlose Bewohner erschießen.
Das klingt drastisch. Doch die Welt ist drastisch, und obwohl wir Menschen in der Lage sind, Ereignisse auszublenden, finden sie dennoch statt.
Der Zeitpunkt einer Olympiade dauert 4 Jahre und wird durch die Spiele abgeschlossen. Exakt diese 4 Jahre dauert nun auch der Krieg in Syrien an. Seit den Spielen von London 2012 sind also weit mehr als eine Viertelmillion Menschen im syrischen Bürgerkrieg gestorben.
Die Bombardements werden nicht eingestellt werden, wenn über dem Maracana ein buntes Feuerwerk entzündet wird. Wir werden dies nicht ändern können – auch wenn es mit unserem Leben mittlerweile mehr zu tun hat, als die Spiele von Rio. Es ist letztlich unerheblich, wer wie viele Medaillen gewinnen und mit nach Hause bringen wird. Es ist viel erheblicher, dass dieses Zuhause von Menschen aufgesucht wurde und weiterhin wird, die Zuflucht vor dem Krieg suchen. Die Folgen des Krieges sind vielmehr unser Alltag geworden.

Wir sollten dies bedenken, während dieser Olympischen Spiele von Rio de Janeiro 2016. Denn es ist nicht zu erwarten, dass während der Olympischen Spiele, wenn sich die Jugend der Welt zu friedlichen Wettkämpfen trifft, die blutigen Kämpfe in Syrien ruhen. Man sollte vielmehr die Spiele ruhen lassen, bis der Krieg ruht.

Von Rosinen und Sahnehäubchen

Ein wirklich interessanter Aspekt in einem Gespräch mit einem Schauspieler über die Stationen seiner Karriere ist stets der, wenn es um die Einordnung der bisherigen Arbeit geht. Der Rückblick auf die Filme, Serien und Rollen. Francis Fulton-Smith kann in diesem Fall auf sehr reichhaltige Jahre bis zurück zum Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts blicken. Weit über 50 Filme, weitaus mehr Serienrollen, ein gutes Dutzend Kino- und Theaterrollen. Donnerwetter!
Die ARD-Serie "Familie Dr. Kleist" hat sich in seiner Biografie dabei als ein Dauerbrenner entwickelt, den er als Geschenk bezeichnet.
Warum gerade diese Serie ihm etwas bedeutet und welche Veränderungen es über die Jahre gab, wie sehr er hofft, dass sich die 6. Staffel auf dem neuen Sendeplatz am Vorabend im Ersten erfolgreich entwickeln wird und welche Filme er als Rosinen und Sahnehäubchen bezeichnet, erläuterte der Münchener im Interview mit uns.

Francis Fulton-Smith

Voll verhext

Lisa-Marie Koroll ist ein Idol! Fragen Sie mal Mädchen im Alter zwischen 5 und 15, da kommt die passende Antwort! Sie ist zwar erst 18 Jahre alt, doch seit knapp 11 Jahren in Serien und Kinofilmen zu sehen. Ihre berühmteste Rolle ist Tina Martin, die Tina aus "Bibi & Tina" der Buck-Verfilmungen. Zu verdanken hat sie diese Rolle und den damit einhergehenden Ruhm nach eigenen Worten jedoch einer anderen Rolle: Clara Höfer aus der ARD-Serie "Familie Dr. Kleist". Dort stieg sie 2004 ein - im zarten Alter von 7 Jahren.
Kein Wunder, dass sich der Berufswunsch Schauspielerin bei ihr verfestigt hat. Darüber sprach sie mit uns im Interview, ebenso über das Erwachsenwerden, Tattoos, Musik, Rebellion, Reiten und ihre Eltern. Also: über das ganze Leben.

Lisa-Marie Koroll

Arabisches Reiterfleisch

Was in der heutigen Küche längst vergessen ist, weckte im Jahr 1955 als exotisch anmutendes Gericht Fernweh: das Toast Hawaii.
Als Erfinder gilt der Fernsehkoch Clemens Wilmenrod, geboren am 24. Juli 1906.
Der Exotenhappen war ein absolut typisches Gericht des populären Fernsehkochs. Sein Kniff: er nahm Zutaten, die sich in jedem Haushalt befanden, kombinierte diese auf gewagte Weise und bediente ruckzuck die Sehsüchte der bundesdeutschen kleinbürgerlichen Gesellschaft – weit weg von Not, Elend und Kriegserinnerung.
Sein Stilmittel: bei weitem übertriebene Namenskreationen. Venezianischer Weihnachtsschmaus, Päpstliches Huhn oder das berühmte Arabische Reiterfleisch, letztendlich auch nur ein schlichtes Hackfleischgericht.

Mahlzeit zusammen!


Amerikanische Rose No. 2201

Ein recht seltenes Gewächs, vornehmlich in Manhattan anzutreffen. Ab Ende Mai 2016 aber auch in Lüneburg, wo seit über 2200 Folgen die Rosen nur so um die Wette blühen. Seit mittlerweile 10 Jahre erblüht dort zuverlässig in jedem Frühjahr eine neue Rose: Angela Roy, Janette Rauch, Sabine Vitua, Annett Kruschke, Isabel Varell, Mona Klare, Saskia Valencia, Elisabeth Lanz, Sandra Speichert, Maike Bollow, Jenny Jürgens, Anne Moll - und nun Cheryl Shepard, geboren in Manhattan.
Die durch etliche andere Serien gestählte Schauspielerin greift als Sydney Flickenschild in das Geschehen ein und hat sich, gemeinsam mit anderen neuen Darstellern, im April in Hamburg der Presse vorgestellt. Kleine Eindrücke gibt es hier:

Rote Rosen-Cast, April 2016

Interview mit Sheryl Shepard

Sackkraulen

Zugegeben: ziemlich plakative Überschrift. Möglich wäre auch Furzen oder Rülpsen gewesen.
Schließlich waren dies die Hauptbeschäftigungen von Al Bundy in den Jahren 1987 bis 1997.
Der Damenschuhverkäufer aus Chicago ging diesen Freizeitbeschäftigungen vorzugsweise auf dem heimischen Sofa nach, während im Fernsehen irgendein Football-Spiel lief, dass den Versager von seiner verpatzten Karriere träumen ließ, um im Anschluss seine Kinder oder seine Frau Peggy zu schikanieren.
Ed O´Neill, der am 12. April 1946 in Youngstown, Ohio geboren wurde (also nur wenige Autostunden von Chicago entfernt) spielte nicht nur Al Bundy - er war es. In einem Interview sagte er einmal:
"Zuerst konnte ich den Erfolg überhaupt nicht fassen. Und eine Zeit lang hatte ich einige Probleme damit, als die Leute riefen „ey, Al“ und ich dachte: ich gehe nie wieder zur Arbeit. Doch dann wurde mir klar: du bist dieser Typ, du siehst so aus wie er, also ist es wohl so."




Schwere Geburt

Sie kämpfen - Tag für Tag um neues Leben und um ihre Existenz.
Die Fähigkeiten und der Einsatz von Hebammen sind gesellschaftlich hoch anerkannt, die Dankbarkeit von Eltern nach einer glücklichen Geburt ist geradezu greifbar. Allein davon lässt sich jedoch kaum leben, geschweige die eigene Zukunft planen. Beispiel: Niedergelassene, selbstständige Hebammen kämpfen seit Jahren gegen hohe Haftpflichtprämien, die sie finanziell an den Rand des Ruins treiben.

Um es mit einem Titel der Sabine Ebert-Saga auszudrücken: "Der Traum der Hebamme" ist, jenseits existenzbedrohender Alltagssorgen dem Beruf nachgehen zu können. Nicht mehr, nicht weniger.
Allerdings führt die Erwähnung der mittelalterlichen Hebammen-Saga natürlich in die falsche Richtung. Glaubt man der fantasievollen Buchreihe "Das Geheimnis/Die Spur/Die Entscheidung/Der Fluch/Der Traum...", dann hatten Hebammen es vor Hunderten von Jahren deutlich schwerer.

Regisseur Roland Suso Richter hat aus einer der Ebertschen Hebammen-Geschichten eine dreistündige Mittelalter-Abenteuer.-Verfilmung inszeniert, die Karfreitag im Ersten zu sehen ist.
Errechneter Termin: 25. März 2016, 20.15 Uhr


Bauers Courage

Unbestechlich und couragiert – so engagierte sich der frühere Braunschweiger Landgerichtsdirektor und hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer in den 1950er und 60er Jahren bei der strafrechtlichen Verfolgung von NS-Verbrechern. Bauer kämpfte in all diesen Jahren gegen ein öffentliches Meinungsbild, eine starre Bürokratie, gut vernetzte Nazis und politischen Widerstand. Doch auch innerhalb der Justizbehörden musste Bauer auf seinem Weg Haltung zeigen und oftmals gegen Unwillen und Blockaden anrennen.

Das Wirken Fritz Bauers würdigt nun der Film „Die Akte General“, der am 24. Februar im Ersten ausgestrahlt wird. Ulrich Noethen verkörpert hierin einen Mann, der Grundlagen eines demokratischen Miteinanders vorgelebt hat. Trotz aller Unwägbarkeiten und Zweifel im Spannungsfeld zwischen Recht und Gerechtigkeit.

Das Wirken Fritz Bauers wirft jedoch auch Fragen für die heutige Zeit auf:
Wie unabhängig ist die Justiz? Wie sehr fließen politische Rahmenbedingungen in Anklagen und Urteile ein? Wie sehr stehen die juristischen Institutionen im Fokus des gesellschaftlichen Wandels? Wie wichtig ist eine aufgeklärte, unabhängige und unbestechliche Justiz in Zeiten von NSU, Rassismus, Hasskommentaren und Cybermobbing? Wie schwierig sind Prozesse zu führen, in denen es um ausgeübte Zivilcourage geht?

Die ARD-Produktion bietet nicht nur einen Einblick in die Stationen des Fritz Bauer sondern grundsätzliche Diskussionsansätze über das Verhältnis zwischen der Justiz, der Politik und den Bürgern.





Schnabel halten

Von heiter bis tödlich in Münster zu all beards and shouting in Dortmund -
Deutschlands Fernsehinstitution "Tatort" bietet eine Bandbreite, mit der man sich nicht nur Freunde macht. Dennoch sorgt diese Vielfalt Sonntag für Sonntag für ein enormes Zuschauerinteresse und ebenso viel Gesprächsstoff zwischen Werkbank und Feuilleton.
Ob man nun die Münchener oder die Kölner favorisiert, ob man es lieber handfest oder gesprächsorientiert mag ist letztlich unerheblich. Spätestens eine Woche später kommt ein neuer Fall aus einer anderen Stadt mit einem anderen Team und damit eine neue Chance.
Das macht den Reiz der "Tatort"-Reihe aus. Dieser sonntägliche Griff in die Wundertüte, dieses Probieren und Schmecken. Bislang hat sich wohl noch niemand wirklich den Magen verdorben.

Deshalb lassen wir sämtliches Gemecker beiseite, halten einfach den Schnabel und gucken den Schnabel! Peter Michael Schnabel, Kommissariatsleiter aus Dresden, Chef des neuen Teams im "Tatort"-Universum. Die ermittelnden Damen heißen Karin Gorniak und Henni Sieland und werden von Karin Hanczewski und Alwara Höfels gespielt. Den Schnabel gibt Martin Brambach, der sich in den vergangenen Jahren in Herz und Hirn von Zuschauern und Kritikern verankert hat.
Eine sehr reizvolle Zusammenstellung in einem gradlinig erzählten Fall. Soll heißen: Am Anfang ein Mord, am Ende ein Täter. So soll es sein!
Am 6. März im Ersten ab Viertel nach acht.


Martin Brambach aka Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel

Cognac für den Kommissar

Es wirkt seltsam, wenn in alten deutschen Serien rund um die Uhr geraucht und getrunken wird. Zigaretten, Pfeife, Schnaps, Bier, Kaffee und gerne mal ein Cognac. Quasi als Inbegriff von Behaglichkeit und Luxus.
In der ZDF-Kultserie "Der Kommissar" roch es in allen 97 Folgen ab 1969 nach Qualm und Sprit. Benebelt die Zeugen, benebelt die Verdächtigen, benebelt die Täter, ebenso die Ermittler. Eigentlich ein Wunder, dass sie alle am 30. Januar 1976 gesund ihren Dienst beendeten.

Die Mutter aller Freitagskrimis im ZDF hatte aber noch ganz anderes zu bieten: Mord und Totschlag, Münchener Flair, Hippies im Englischen Garten, Wohngemeinschaften in wildester Form, Studenten, die grundsätzlich bis nachmittags schliefen und allein deshalb verdächtig waren. Zwischen all diesen Fiesen und Verbrechern kämpfte das Team von Kommissar Herbert Keller meistens aufrecht, manchmal staunend. Walter, der ruhige Pfeifenraucher, Robert, des Kommissars Terrier, Harry, der nassforsche Mädchenschwarm. Ab Folge 72 fuhr Harry dann den Wagen von Oberinspektor Derrick und wurde durch seinen rehäugigen Bruder Erwin abgelöst. Stets verlässlich betreut und umsorgt von Sekretärin Rehbein - mit Kaffee und Bockwurst im Büro.
Wenn einem so viel Gutes widerfuhr - dann war die Zeit gekommen ... für einen Cognac.


Super, Wahljahr!

Korruption, Machtmissbrauch, illegale Absprachen, Betrügereien, geheime Papiere, Verbrechen - sind das die Zutaten für Wahlen in Deutschland?
Der dicke Pinselstrich, mit dem der politische Apparat gelegentlich in Serien oder Filmen gezeichnet wird, lässt dies vermuten. So ist es ansatzweise auch in der sechsteiligen Serie "Die Stadt und die Macht", die von Wahlen in Berlin erzählt, von Verstrickungen, dunklen Machenschaften, Sünden der Vergangenheit, Seilschaften, Misstrauen und den großen Dramen in engen Wahlkampfbüros bei kalter Pizza und schalen Getränken.
Im September 2016 wird in Berlin tatsächlich wieder das Abgeordnetenhaus gewählt; im Frühjahr finden in vier Bundesländern Landtagswahlen statt, zudem wählen die Hessen und die Niedersachsen auf kommunaler Ebene. Ein sog. Superwahljahr für Bürger, Politiker, Medien und den Politikbetrieb und natürlich ein astreiner Nährboden für Geschichten wie die von Regisseur Friedemann Fromm, der in seiner Kurzserie einen figurenreichen Bogen spannt und eine Frau in den Mittelpunkt stellt, die gegen viele Widerstände die Kandidatur zur Berliner Oberbürgermeisterin wagt. Großartig gespielt von Anna Loos. Während sie in ihrer Darstellung mitunter zurückgenommen wirkt, tragen andere dicker auf und sorgen so für einen formidablen Spaß an den Figuren. Allen voran Thomas Thieme als Fraktionsvorsitzender und Martin Brambach als Wahlkampfberater.
Sendetermine: 12. - 14. Januar 2016, Das Erste, jeweils 2 Folgen ab 20.15 Uhr.



Mutgeschichten

Geschichten über Mut und Courage lassen sich am besten von Kindern erzählen. Da sind die Bedenken, einem anderen Menschen zu helfen, noch gering. Der soziale Mut, Grundvoraussetzung für Zivilcourage, ist groß, die Sorge vor dem Verlust des eigenen Ansehens oder vor der Möglichkeit, sich selbst in Gefahr zu bringen steht nicht im Vordergrund, wenn der Kumpel oder die Freundin Hilfe benötigt.
Kein Wunder, dass Kinder fröhlich und unerschrocken zu Papier und Stift greifen, wenn sie gebeten werden, Bilder zu malen, die sich mit eben solchen Themen beschäftigen: Mut und Hilfe.
So auch die Klasse 2c einer Bremer Grundschule.
Vielen Dank !!










Werner Bredebusch auf der Spur faschistischer Wölfe

So reißerisch kündigte der Vorspann der DEFA James Bond-Attitüde "Das unsichtbare Visier" die Abenteuer des Top-Agenten Werner Bredebusch im Auftrag des real existierenden Sozialismus an. Hinter der Figur des Stars der DDR-Auslandsspionage steckte der Top-Schauspieler Armin Mueller-Stahl. Zwar nur für die erste Staffel - dennoch erfolgreich und populär.
Das war Ende der 70er. Mueller-Stahl war bei den DDR-Kulturoberen allerdings nicht mehr so beliebt - hatte er doch (wie andere) die Protestnote gegen die Ausweisung Wolf Biermanns unterzeichnet.
Bereits 1980 verließ er als Dorn im Auge des Systems die Republik und ging in den Westen, um dort seine Weltkarriere anzukurbeln, die ihn bis nach Hollywood brachte.
Der einzig wirklich wahre Weltstar der deutschsprachigen Schauspielszene wird am 17. Dezember 85 Jahre alt.



Der König von Münster

Seit 1997 ermittelt Leonard Lansink als Privatdetektiv Georg Wilsberg in Münster. Die Rolle hat ihm enorme Popularität gebracht und zum inoffiziellen Titel "König von Münster" verholfen. Keineswegs so mürrisch und schwergesäßig, wie Rilke ihn beschrieb, eher ein Träumer und ewiger Optimist.
Doch nun hat ihn das Fernsehen endgültig zum König gemacht; in der Märchenverfilmung ist Lansink der Vater der "Salzprinzessin". Seeehr mürrisch und schwergesäßig und des Regierens müde sucht er unter seinen drei Töchtern diejenige, die ihn am meisten liebt.
Die jüngste, man ahnt es, antwortet: "So wie das Salz", was den König geradezu einen Zacken aus der Krone bricht.
Dabei ist Salz doch so wichtig. Zum Beispiel für das Mettbrötchen, das nach diesem kurzen knappen dreiminütigen Gespräch inzwischen im Hintergrund ratzfatz verputzt wurde!


Zuckerfee und Mettbrötchen

Ein sehr gelungenes Beispiel für ungeplante Unwägbarkeiten während unserer Agenturtätigkeiten bietet dieses kleine Interview mit der Darstellerin Collien Ulmen-Fernandez, die in der ARD-Reihe "Sechs auf einen Streich" in der Verfilmung "Nussknacker und Mausekönig" (nach E.T.A. Hoffmann) die Zuckerfee mimt.
Das Gespräch fand während eines Interviewtages in Hamburg statt. Anwesend waren noch eine ganze Reihe weiterer Darsteller aus anderen Märchenverfilmungen; und natürlich ein stattliches Aufgebot an Pressekollegen und Fotografen.
Im Rücken unserer Zuckerfee ist durch das kleine Fenster zu beobachten, wie emsig das Fotoshooting eingerichtet, vorbereitet und umgebaut wird - und wie ein Kollege in Allerseelenruhe sein Mettbrötchen mampft.
Ein schöner Kontrast!