Fischer und sein Freund Parkinson

In seiner Reihe "37 Grad" zeigt das ZDF im Februar "Ottfried Fischer und sein Freund Parkinson".
Zwei Autorinnen haben den Volksschauspieler ein ganzes Jahr begleitet und dabei nicht nur seine letzten Drehtage für "Ottis Schlachthof" beobachtet, sondern auch den Fortschritt der heimtückischen Krankheit, die bei Fischer vor ca. 10 Jahren ausbrach und ihn nicht mehr losließ. (In all diesen Jahren konnten wir Fischer für die Sendereihe "Pfarrer Braun" begleiten und viele Interviews mit ihm führen.)
"37 Grad" ist gewiss das richtige Format, um einen Menschen zu porträtieren, bei dem der Verlauf der Krankheit alltags bestimmend wird. Journalistisch, zugleich distanziert und nahe, und empathisch, die Würde des Protagonisten bewahrend.
Womit wir zum Gegenteil kommen. Denn direkt im Anschluss plant das ZDF eine Ausgabe "Lanz" mit Ottfried Fischer als Studiogast. Fischer wird den Auftritt in der Sendung höchstwahrscheinlich als Chance bewerten, um auf seine laufende Tournee und sein Programm "Wandogo-Filosofi" aufmerksam machen zu können und auf den Moderationskärtchen wird ohnehin erwartbar stehen "großartig, dass Sie das alles noch machen" oder "ganz lanz toll, dass Sie heute hier sind". Dennoch ist zu befürchten, dass er wie ein tapsiger Zirkusbär am Nasenring durch die Talkshowmanege geführt wird.
Schade.

Puppe VIII

Die "Puppe VIII" oder "Das Deutsche Kind" war das Erfolgsmodell aus den Händen von Käthe Kruse. Das in den 50er Jahren auch als VEB-Version aus Bad Kösen unter der Bezeichnung "Puppe I/VIII" ausgelieferte Modell der legendären Puppenmacherin wies erstmals Echthaar auf und war ihrem Sohn Friedebald nachempfunden.
Neben Friedebald hatte Käthe Kruse noch sechs weitere Kinder; was bislang in der Erinnerung an ihr Leben und Wirken nicht unbedingt im Vordergrund stand. Das könnte sich nun ändern, dank des Biopics, das die ARD am 4. April ausstrahlen wird. Darin wird von ihrer Kindheit erzählt, den ärmlichen Verhältnissen, aus denen sie stammte, ihrer Begegnung mit dem Berliner Bildhauer Max Kruse, den gemeinsamen Kindern, ihrem Aufenthalt in der Künstlerkolonie auf dem Monte Verita, ihren ersten handgefertigten Puppen und dem Plagiatsprozess gegen eine Spielzeugwarenfabrik.
Ein ziemlicher Ritt durch das sehr bewegte Leben der Frau, die den meisten wahrscheinlich tatsächlich "nur" als Puppenmacherin bekannt ist und eine spannende Begegnung mit der Erschafferin so vieler Klassiker - wie eben der "Puppe VIII".


Friederike Becht übernahm die Titelrolle der "Käthe Kruse"