Fischer und sein Freund Parkinson

In seiner Reihe "37 Grad" zeigt das ZDF im Februar "Ottfried Fischer und sein Freund Parkinson".
Zwei Autorinnen haben den Volksschauspieler ein ganzes Jahr begleitet und dabei nicht nur seine letzten Drehtage für "Ottis Schlachthof" beobachtet, sondern auch den Fortschritt der heimtückischen Krankheit, die bei Fischer vor ca. 10 Jahren ausbrach und ihn nicht mehr losließ. (In all diesen Jahren konnten wir Fischer für die Sendereihe "Pfarrer Braun" begleiten und viele Interviews mit ihm führen.)
"37 Grad" ist gewiss das richtige Format, um einen Menschen zu porträtieren, bei dem der Verlauf der Krankheit alltags bestimmend wird. Journalistisch, zugleich distanziert und nahe, und empathisch, die Würde des Protagonisten bewahrend.
Womit wir zum Gegenteil kommen. Denn direkt im Anschluss plant das ZDF eine Ausgabe "Lanz" mit Ottfried Fischer als Studiogast. Fischer wird den Auftritt in der Sendung höchstwahrscheinlich als Chance bewerten, um auf seine laufende Tournee und sein Programm "Wandogo-Filosofi" aufmerksam machen zu können und auf den Moderationskärtchen wird ohnehin erwartbar stehen "großartig, dass Sie das alles noch machen" oder "ganz lanz toll, dass Sie heute hier sind". Dennoch ist zu befürchten, dass er wie ein tapsiger Zirkusbär am Nasenring durch die Talkshowmanege geführt wird.
Schade.

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