Schwere Geburt

Sie kämpfen - Tag für Tag um neues Leben und um ihre Existenz.
Die Fähigkeiten und der Einsatz von Hebammen sind gesellschaftlich hoch anerkannt, die Dankbarkeit von Eltern nach einer glücklichen Geburt ist geradezu greifbar. Allein davon lässt sich jedoch kaum leben, geschweige die eigene Zukunft planen. Beispiel: Niedergelassene, selbstständige Hebammen kämpfen seit Jahren gegen hohe Haftpflichtprämien, die sie finanziell an den Rand des Ruins treiben.

Um es mit einem Titel der Sabine Ebert-Saga auszudrücken: "Der Traum der Hebamme" ist, jenseits existenzbedrohender Alltagssorgen dem Beruf nachgehen zu können. Nicht mehr, nicht weniger.
Allerdings führt die Erwähnung der mittelalterlichen Hebammen-Saga natürlich in die falsche Richtung. Glaubt man der fantasievollen Buchreihe "Das Geheimnis/Die Spur/Die Entscheidung/Der Fluch/Der Traum...", dann hatten Hebammen es vor Hunderten von Jahren deutlich schwerer.

Regisseur Roland Suso Richter hat aus einer der Ebertschen Hebammen-Geschichten eine dreistündige Mittelalter-Abenteuer.-Verfilmung inszeniert, die Karfreitag im Ersten zu sehen ist.
Errechneter Termin: 25. März 2016, 20.15 Uhr


Bauers Courage

Unbestechlich und couragiert – so engagierte sich der frühere Braunschweiger Landgerichtsdirektor und hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer in den 1950er und 60er Jahren bei der strafrechtlichen Verfolgung von NS-Verbrechern. Bauer kämpfte in all diesen Jahren gegen ein öffentliches Meinungsbild, eine starre Bürokratie, gut vernetzte Nazis und politischen Widerstand. Doch auch innerhalb der Justizbehörden musste Bauer auf seinem Weg Haltung zeigen und oftmals gegen Unwillen und Blockaden anrennen.

Das Wirken Fritz Bauers würdigt nun der Film „Die Akte General“, der am 24. Februar im Ersten ausgestrahlt wird. Ulrich Noethen verkörpert hierin einen Mann, der Grundlagen eines demokratischen Miteinanders vorgelebt hat. Trotz aller Unwägbarkeiten und Zweifel im Spannungsfeld zwischen Recht und Gerechtigkeit.

Das Wirken Fritz Bauers wirft jedoch auch Fragen für die heutige Zeit auf:
Wie unabhängig ist die Justiz? Wie sehr fließen politische Rahmenbedingungen in Anklagen und Urteile ein? Wie sehr stehen die juristischen Institutionen im Fokus des gesellschaftlichen Wandels? Wie wichtig ist eine aufgeklärte, unabhängige und unbestechliche Justiz in Zeiten von NSU, Rassismus, Hasskommentaren und Cybermobbing? Wie schwierig sind Prozesse zu führen, in denen es um ausgeübte Zivilcourage geht?

Die ARD-Produktion bietet nicht nur einen Einblick in die Stationen des Fritz Bauer sondern grundsätzliche Diskussionsansätze über das Verhältnis zwischen der Justiz, der Politik und den Bürgern.





Schnabel halten

Von heiter bis tödlich in Münster zu all beards and shouting in Dortmund -
Deutschlands Fernsehinstitution "Tatort" bietet eine Bandbreite, mit der man sich nicht nur Freunde macht. Dennoch sorgt diese Vielfalt Sonntag für Sonntag für ein enormes Zuschauerinteresse und ebenso viel Gesprächsstoff zwischen Werkbank und Feuilleton.
Ob man nun die Münchener oder die Kölner favorisiert, ob man es lieber handfest oder gesprächsorientiert mag ist letztlich unerheblich. Spätestens eine Woche später kommt ein neuer Fall aus einer anderen Stadt mit einem anderen Team und damit eine neue Chance.
Das macht den Reiz der "Tatort"-Reihe aus. Dieser sonntägliche Griff in die Wundertüte, dieses Probieren und Schmecken. Bislang hat sich wohl noch niemand wirklich den Magen verdorben.

Deshalb lassen wir sämtliches Gemecker beiseite, halten einfach den Schnabel und gucken den Schnabel! Peter Michael Schnabel, Kommissariatsleiter aus Dresden, Chef des neuen Teams im "Tatort"-Universum. Die ermittelnden Damen heißen Karin Gorniak und Henni Sieland und werden von Karin Hanczewski und Alwara Höfels gespielt. Den Schnabel gibt Martin Brambach, der sich in den vergangenen Jahren in Herz und Hirn von Zuschauern und Kritikern verankert hat.
Eine sehr reizvolle Zusammenstellung in einem gradlinig erzählten Fall. Soll heißen: Am Anfang ein Mord, am Ende ein Täter. So soll es sein!
Am 6. März im Ersten ab Viertel nach acht.


Martin Brambach aka Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel