Bauers Courage

Unbestechlich und couragiert – so engagierte sich der frühere Braunschweiger Landgerichtsdirektor und hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer in den 1950er und 60er Jahren bei der strafrechtlichen Verfolgung von NS-Verbrechern. Bauer kämpfte in all diesen Jahren gegen ein öffentliches Meinungsbild, eine starre Bürokratie, gut vernetzte Nazis und politischen Widerstand. Doch auch innerhalb der Justizbehörden musste Bauer auf seinem Weg Haltung zeigen und oftmals gegen Unwillen und Blockaden anrennen.

Das Wirken Fritz Bauers würdigt nun der Film „Die Akte General“, der am 24. Februar im Ersten ausgestrahlt wird. Ulrich Noethen verkörpert hierin einen Mann, der Grundlagen eines demokratischen Miteinanders vorgelebt hat. Trotz aller Unwägbarkeiten und Zweifel im Spannungsfeld zwischen Recht und Gerechtigkeit.

Das Wirken Fritz Bauers wirft jedoch auch Fragen für die heutige Zeit auf:
Wie unabhängig ist die Justiz? Wie sehr fließen politische Rahmenbedingungen in Anklagen und Urteile ein? Wie sehr stehen die juristischen Institutionen im Fokus des gesellschaftlichen Wandels? Wie wichtig ist eine aufgeklärte, unabhängige und unbestechliche Justiz in Zeiten von NSU, Rassismus, Hasskommentaren und Cybermobbing? Wie schwierig sind Prozesse zu führen, in denen es um ausgeübte Zivilcourage geht?

Die ARD-Produktion bietet nicht nur einen Einblick in die Stationen des Fritz Bauer sondern grundsätzliche Diskussionsansätze über das Verhältnis zwischen der Justiz, der Politik und den Bürgern.





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