Quarterlife crisis

Psychologen können vieles. Vor allem Dingen einen Namen geben.
Da scheinbar immer mehr Endzwanziger in eine Sinnkrise schlittern und auf der Suche nach der Zukunft, nach Beruf, Familie, Kindern, Absicherung, Hobby und Freunden sich in einer Sackgasse wähnen, bekam das Kind einen Namen.
Man(n) hadert, man überlegt, man hat das Gefühl, Gelegenheiten zu verpassen, sich nicht entscheiden zu können. Am Ende verpasst man die Gelegenheit, weil man sich nicht entscheidet.
Es ist wahrscheinlich nicht sehr schwierig, zu erraten, dass ein solcher Begriff aus den USA kommt. Die Szene der Psychologen ist dort besonders aktiv und mit Freude dabei, solchen Phänomenen einen Namen zu geben.

Diese "Quarterlife crisis" hat den Helden des Film "Verliebt in Amsterdam" voll erwischt. Hauptdarsteller Vladimir Burlakov kann dies nachvollziehen, ist er doch mit gerade 30 Jahren Teil dieser Generation. Er wusste also, was er dort spielen sollte. Er weiß aber auch, dass er selber keineswegs in einer solchen Krise steckt. Zum Glück.


"Verliebt in Amsterdam", 28. April 2017, 20.15 Uhr im Ersten

the Tinky Winky-Controversy

Reverend Jerry Falwell, ein religiöser Fundamentalist aus den USA, bekam Schnappatmung, als er Ende der Neunzigerjahre die Kinderfigur Tinky Winky entdeckte. Lila, mit roter Damenhandtasche und einem Dreieck auf dem Kopf, welches der Baptistenprediger umgehend als "gay pride"-Symbol erkannte. Na, der Mann kannte sich offenbar aus.

Doch nicht nur der Reverend prophezeite das Ende der Welt. Die frühere polnische Erziehungsministerin Ewa Sowinska wollte eine Expertise einholen, ob sich dieser schrökliche Verdacht gegen Tinky Winky erhärten ließe. Das Ergebnis war ernüchternd. Es gab lediglich Hohn und Spott für Frau Ewa.

"Hinter den Bergen und keinem bekannt" lag das Teletubbie-Land. Dort konnten die vier Helden Tinky Winky, Dipsy, Laa Laa und Po weiter ungetrübt und quietschvergnügt über die grünen Hügel hüpfen und tanzen.

Teletubbies ab März 1997 im BBC, ab März 1999 im KiKa

Norddeutsche Deerns

"Nord bei Nordwest" hat sich als Filmreihe im Ersten etabliert.
Könnte man meinen - wenn nicht erst zwei Folgen ausgestrahlt worden wären. Da kann man eigentlich noch nicht von einer Reihe sprechen. Doch in Kürze wird es zwei weitere Filme geben, der fünfte ist bereits abgedreht, der sechste in Vorbereitung.
Warum diese Details? Weil es für Schauspieler auch mal schön ist, wenn sie das Gefühl haben, dass sich etwas solides entwickelt. Üblicherweise wird bei den Verantwortlichen der Sender zunächst geschaut, ob ein Pilotfilm ausreichend Zuschauerinteresse weckt. Erst danach wird entschieden: Daumen rauf oder Daumen runter.
Für Hinnerk Schönemann, Marleen Lohse und Henny Reents ging der Daumen eindeutig nach oben. Die drei waschechten Norddeutschen spielen waschechte Norddeutsche im fiktiven Ostsee-Ort Schwanitz. Schönemann stammt aus Rostock, Henny Reents aus Wittmund, Marleen Lohse aus Soltau und der Reporter aus Bremen. Wie gut, dass wir nicht platt gesprochen haben.

Marleen Lohse im Interview