the cleaners


Erst im Juli diesen Jahres startete facebook eine groß angelegte Imagekampagne für "ein besseres facebook“ mit dem Slogan: Wir hören zu. Wir lernen. Wir handeln.
Handeln sollen vor allem die ungezählten Content-Moderatoren, die in spärlich beleuchteten Büroräumen der philippinischen Hauptstadt Manila sitzen und dort tagtäglich, Stunde um Stunde Tausende Bilder sichten.
Der Dokumentarfilm „Im Schatten der Netzwelt – the cleaners“ beleuchtet die Arbeit dieser Content-Moderatoren und er zeigt die Konsequenzen auf, die sich aus deren delete-ignore-Anweisungen ergeben. Ein spannender Einblick in eine Welt, die uns normalen Verbrauchern zwar unbekannt sein mag – die unser tägliches Handeln im Internet jedoch mehr beeinflusst als wie glauben.


Audio TV-Tipp the cleaners
11. September 2018 im Ersten

Der Absturz


Studienfreunde aus Leipzig gründen 2002 ein Start Up-Unternehmen namens Unister und verwirklichen ihren Traum.
Der Erfolg stellt sich schnell ein. Zu schnell. Unister wächst, wird Markt beherrschend und gerät in das Visier der Steuerfahnder und Staatsanwälte. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Gründer Thomas Wagner. 
2012 bricht das Gebilde aus Steuertricks, Preisoptimierungen und sog. Runterbuchungen zusammen.
Wagner versucht verzweifelt zu retten und lässt sich mit Kriminellen ein. Ein tödlicher Fehler.

Nach Wagners Tod geht Unister in die Insolvenz und wird als Unternehmen zerlegt. Ein beispielloser Absturz, der in der Story im Ersten spannend wie ein Wirtschaftskrimi aufgearbeitet wird.



Audio TV-Tipp Der Absturz
3. September 2018 - 22.45 Uhr im Ersten

Modern ist wer gewinnt



Die Originalausgabe des Buches „Rehhagel – Biografie eines Meistertrainers“ erschien 1999 im Verlag Die Werkstatt, Göttingen. Otto Rehhagel war damals 61 Jahre und als Vereinstrainer beim 1. FC Kaiserslautern. Dass er sich in seinem Engagement dort bereits auf der Zielgeraden befand, konnte man ahnen, aber nicht wissen.

Überraschender war jedoch sein dann folgendes Engagement beim griechischen Fußballverband als Trainer der Nationalmannschaft. Seine Maßnahmen führten schließlich zum (selbst nach vielen Jahren Abstand immer noch unfassbaren) überraschenden Triumph bei der Fußball-EM 2004 in Portugal.
Kurz nach dem Titelgewinn fragte der damals in Athen ansässige (nicht mehr existente) Verlag Empiria, ob die Biografie einerseits in die griechische Sprache übersetzt werden dürfte und ob es eine Fortsetzung geben könnte; ergänzt durch den Weg des Trainers und der Mannschaft bis zum Titelgewinn von Lissabon und den Feierlichkeiten in der griechischen Heimat. 
Die Übersetzung übernahm der in Athen lebende Deutsch-Grieche Stefan Mittmann.

Hier ist nun erstmals die deutsche Originalversion der 2004 entstandenen Ergänzung zugänglich. Den Anlass, diesen Text wieder hervorzuholen, lieferten Anrufe und Interviewwünsche aus Athen zu Otto Rehhagels 80. Geburtstag im August 2018.




Kontakt: info@mediamixbremen.de
Keine Veröffentlichungen ohne Anfrage.
©Norbert Kuntze, 2004

Mekka 1979



20. November 1979 – 5.18 Uhr am frühen Morgen.
In der Großen Moschee von Mekka haben sich Tausende Pilger zum Morgengebet eingefunden. 
Dann fallen plötzlich Schüsse, als rund 500 militante funfamentalistische Islamisten und ihr Anführer Dschuhaiman Al Uteibi schwerbewaffnet in das islamische Heiligtum stürmen und die versammelten Gläubigen in Geiselhaft nehmen.

Der Dokumentarfilm „Mekka 1979“ von Dirk van den Berg begibt sich auf Spurensuche in Saudi-Arabien. Zeitzeugen wie Geheimdienstler kommen ebenso zu Wort wie damalige Mitglieder der Terrorgruppe um Dschuhaiman. Und der Film stellt die Frage:
War der Angriff auf die Große Moschee der Urknall des Terrors, so wie wir ihn heute erleben?


Audio TV-Tipp Mekka 1979 - Urknall des Terrors? von Dirk van den Berg
EA 27.8.2018 im Ersten

Betrug


Wer kennt sie nicht, diese Situationen in Vereinen, KiTas oder Elterninitiativen, wenn keiner in den Vorstand will und alle froh sind, wenn es dann irgendeiner macht. Hauptsache der Laden läuft und die Kinder werden betreut.

Ein Münchener Kindergarten im Stadtteil Schwabing hat Bastian vertraut. Er wurde Kassenwart und alles lief prima. Vor allem für Bastian. Mit dem Geld des Elternvereins baute er sich eine Parallelwelt aus schnellen Autos, dicken Uhren, schicken Möbeln, Drogen und Escort-Mädchen auf.

Bis die Blase platzte.

Regisseur David Spaeth lässt die Opfer und den Täter zu Wort kommen. Ihre Statements korrespondieren auf spannende Weise und eröffnen einen erstaunlichen Einblick in eine Welt zwischen krimineller Energie und Upper Middle Class-Naivität.
Nach diesem Film werden kein Elternabend und keine Vorstandssitzung in einer KiTa mehr so sein wie zuvor.

Der Fall hat sich real ereignet, die Protagnisten im Film sind die real betroffenen Personen.



Audio: "Betrug" von David Spaeth
EA - 22. August 2018 im Ersten.

Demokratie beginnt mit uns


“Man kann es kaum glauben, dass solche Sachen einmal als Gedanken in menschlichen Gehirnen entstanden und dann sogar in die Tat umgesetzt wurden. Und trotzdem soll man den Glauben – auch an die Menschen – nicht verlieren. Es gibt Gott sei Dank noch viele, viele Menschen, die gut sind und das Gleichgewicht hundertfach halten.”
Diese Worte stammen aus dem Jahr 1941.
Das faschistisch beherrschte Deutschland befand sich im Krieg mit äußeren und inneren Gegnern. Der Widerstand gegen das mörderische Hitler-Regime regte sich vielfach – und obwohl es brandgefährlich war, entschloss sich die damals 21jährige gebürtige Bremerin Cato Bontjes van Beek, zum Widerstand gegen die Nazis aufzurufen. Gemeinsam mit Bekannten und Freunden druckte und verteilte sie Flugblätter. Im September 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrem Vater von der Gestapo verhaftet, zum Tode verurteilt und am 5. August 1943 im Berliner Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet. Sie wurde 22 Jahre alt.
Ihre mahnenden, zugleich hoffnungsfrohen Worte schrieb sie in einem Brief an ihre Mutter. Den Glauben an das Gute im Menschen wollte sie nicht aufgeben, weil er zugleich Triebfeder ihrer eigenen Handlungen war. Der Glaube daran, dass es Gerechtigkeit gibt.
Cato Bontjes van Beek war eine junge Frau, die Zivilcourage gezeigt hat. Sie war klug, mutig, kämpferisch, vorausschauend, voller Empathie, unerschütterlich in ihrer Haltung.
Sie zeigte ein zivilcouragiertes Verhalten, das auch heute unabdingbar ist. Sich wehren gegen Ausgrenzung, Rassismus und die Unterdrückung einer Minderheit, gegen Mobbing und demokratiefeindliches Handeln ist im Jahr 2018 eine ebenso relevante Haltung wie vor 75 Jahren – vor allem, um auf die Gefahren hinzuweisen, die der Demokratie drohen.
Im Geiste der Cato Bontjes van Beek verliefen viele Diskussionen an dem Tag, der ihr 75 Jahre zuvor den Tod brachte und auf dem Platz, der seit achtzehn Jahren ihren Namen trägt, mit den Menschen, die zum Stadtteilfest im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gartenkultur Musikfestival“ nach Obervieland in den Bremer Süden kamen.
Grundlage der vielen Gespräche war die Fragestellung „Welche fünf Grundrechte liegen euch besonders am Herzen?“. Das Bündnis „Demokratie beginnt mit uns“ verteilte Herzchen-Aufkleber, die Menschen klebten fleißig. Allerdings nicht, ohne abzuwägen, Bezüge zu setzen, Fragen zu stellen. Ein munteres Miteinander!
Das Grundgesetz und der in den Artikeln 1-19 formulierte Rahmen für unser Zusammenleben bildet die Grundlage für ein Leben in einer freiheitlichen Gesellschaft ohne Angst vor Gewalt. Es geht um körperliche Unversehrtheit, um Würde, Gleichberechtigung, Freiheit, Freizügigkeit, Ehre, Schutz, Fürsorge, Asylrecht.
In den aktuellen politischen Debatten der Gesellschaft spiegeln sich diese Themen tagtäglich, was wiederrum zeigt, wie aktuell unsere Verfassung ist, fast 70 Jahre nach Inkrafttreten und 75 Jahre nach dem Tod Cato Bontjes van Beeks in einem zutiefst undemokratischen System.
Die Aktion“ Welche fünf Grundrechte liegen euch besonders am Herzen?“ wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Bremen entworfen.